Unser dritter Gemeinwohl-Bericht
2019 ging es los, damals waren wir das erste Unternehmen in Mitteldeutschland, das einen Gemeinwohl-Bericht geschrieben und sich als gemeinwohlorientiert zertifizieren lassen hat. Das erste Mal ist immer besonders viel Aufwand: 94 Seiten Bericht und unzählige Stunden Arbeit, aber auch ein tolles Ergebnis und viele neue Erkenntnisse. Seitdem ist eine Menge passiert, zum Beispiel eine weltweite Pandemie. Die war dann auch großes Thema im zweiten GWÖ-Bericht 2022. Das waren dann schon 104 Seiten, zusätzlich mit praktischer Variante als Kurzbericht. Damals erhielten wir stolze 479 Punkte in der Gesamtwertung und konnten uns um 25 Punkte gegenüber dem Erstbericht steigern. Aber erstmal langsam: was ist nochmal GWÖ?
Worum geht es da noch mal?
GWÖ steht für Gemeinwohlökonomie. Sie ist ein Modell, das ein großes Ziel hat: das Wohl von Mensch und Umwelt langfristig zu sichern. Bei der Gemeinwohl-Bilanz geht es darum, zu erfassen, welchen Beitrag eine Organisation zum Gemeinwohl leistet. Sowohl Unternehmen als auch Gemeinden und Bildungseinrichtungen können bilanzieren. Die Erstellung einer Bilanz erfolgt in drei Schritten: Gemeinwohl-Bericht erstellen, das Ergebnis extern prüfen lassen (Audit) und am Ende die Gemeinwohl-Bilanz veröffentlichen. Das Ganze läuft so ähnlich, wie wenn ein Wirtschaftsprüfer einen Geschäftsbericht testiert. Nur dass mehr Dimensionen betrachtet werden als die rein finanzielle. Bei einer Gemeinwohl-Bilanzierung wird auch geschaut, wie ökologisch, transparent, ethisch und sozial ein Unternehmen agiert. Das macht den Testierungsprozess sehr zeit- und arbeitsintensiv. Im Bericht werden die Unternehmensaktivitäten in Bezug auf 20 GWÖ-Themenfelder untersucht und beschrieben. Die Themen sind in der Gemeinwohl-Matrix dargestellt.
Betrachtet wird dabei auch, wie die einzelnen Werte gegenüber verschiedenen Berührungsgruppen (Lieferant*innen, Kund*innen, Mitarbeitende usw.) gelebt werden. Davon wird abgeleitet, wie weit sich die Organisation bereits entwickelt hat. Das Prüfergebnis wird jeweils in einem Testat dargestellt. Nach erfolgreichem Audit kann das Testat in den Gemeinwohl-Bericht integriert werden. Damit ist die Gemeinwohl-Bilanz vollständig.
Und jetzt?
Unsere dritte Gemeinwohl-Bilanz ist fertig und kann hier angeschaut werden. Diesmal sind es 166 Seiten geworden. Aber keine Angst! Wir haben wieder einen Kurzbericht erstellt, so liest es sich dann doch etwas entspannter. Und wir können stolz verkünden: 512 Punkte! Eine Steigerung um 33 Punkte zum Vorbericht. Das ist nicht selbstverständlich. Die volle Punktzahl kann man als Carsharer vermutlich nicht erreichen, schließlich geht es immer noch um Autos. Doch wir konnten uns verbessern – stetige Flottenerneuerung, Übererfüllung der Kriterien des Blauen Engels, freiwillige CO2-Kompensation, Demokratisierung interner Prozesse, Arbeitsschutzmaßnahmen und intensivere Kommunikation mit Lieferant*innen sind nur einige Stichworte.
Großes Thema diesmal war natürlich der Formwechsel zur Genossenschaft. Dadurch ist auch der Titel etwas verwirrend: „Gemeinwohl-Bericht teilAuto eG (ehem. Mobility Center GmbH)“. Das ist nämlich der Clou: Wir berichten jetzt als teilAuto eG, aber für einen Zeitraum (2022-24) in welchem wir noch Mobility Center GmbH hießen. Das war auch für den Auditor etwas Neues. Wir sind gespannt, wie es weitergeht. Aber erstmal: viel Spaß beim Lesen :-)
Übrigens: alle Infos zur Genossenschaft gibt es unter teilauto.net/genossenschaft.
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