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Vom Nutzen zum Mitgestalten. Die Vorteile der teilAuto Genossenschaft.

Ein Paar läuft durch den Wald, er trägt sie huckepack

Wem gehört ein Carsharing-Angebot? Die Frage klingt abstrakt, doch ihre Antwort ist konkret: Die Genossenschaft bestimmt, wie das Unternehmen sich zukünftig entwickelt. Sie bestimmt auch, ob ein Unternehmen regional verankert bleibt oder wie stark es sich gegenüber Investor*innen öffnet. Die Entscheidung von teilAuto, von der GmbH zur Genossenschaft zu wechseln, ist deshalb mehr als ein formaler Akt. Sie ist ein Bekenntnis dazu, dass Mobilität dann am besten funktioniert, wenn sie gemeinsam gestaltet wird.

Nutzen, besitzen, entscheiden – in einer Hand

Das Besondere an einer Genossenschaft lässt sich an einem einfachen Prinzip zeigen: Jede*r kann künftig Miteigentümer*in werden. Nicht als Kapitalgeber*in mit Sonderrechten, sondern als Mitglied mit Stimmrecht. Ein Mitglied, eine Stimme – unabhängig davon, wie viele Anteile jemand hält. Diese Struktur verändert die Machtverhältnisse im Unternehmen grundlegend.

In einer klassischen GmbH gehört das Unternehmen den Gesellschafter*innen, die oft keine Berührung mit dem eigentlichen Angebot haben. Bei teilAuto können künftig drei Rollen zusammenfallen: Nutzer*in, Eigentümer*in, Entscheider*in. Wer das Auto am Stadtrand einmal die Woche zum Einkauf bucht, hat die gleiche Stimme wie jemand, der es täglich für Dienstfahrten oder lange Urlaubstrips nutzt. Entscheidungen orientieren sich nicht an externen Renditeerwartungen, sondern an dem, was für die Gemeinschaft sinnvoll ist.

Das ist keine theoretische Überlegung. In Deutschland gibt es rund 1.800 Energiegenossenschaften, deren Mitglieder zugleich Stromerzeuger*in, Abnehmer*in und Miteigentümer*in sind. Sie zeigen: Wer Verantwortung trägt, trifft andere Entscheidungen als jemand, der nur auf Quartalszahlen schaut.

Was das für teilAuto bedeutet

Das bedeutet nicht, dass Entscheidungen immer konfliktfrei sind. Demokratische Prozesse brauchen Zeit, Diskussion, Kompromisse. Mitglieder können sich einbringen, können die Verantwortung teilen und auch unbequeme Debatten führen. Doch diese Langsamkeit kann auch Stabilität bedeuten: Sie verhindert kurzfristige Strategiewechsel und schützt vor spekulativen Interessen.

Mitgliedschaft konkret: Einstieg ohne hohe Hürden

Im Gegensatz zu einer GmbH, für deren Gründung 25.000 Euro Stammkapital erforderlich sind, kostet die Mitgliedschaft bei teilAuto nur 300 Euro. Jedes Mitglied hat die Wahl, mit welchen Vorteilen es ab 1. Mai 2026 Teil der Genossenschaft sein will. Ein Anteil (300 €) bedeutet, an Ausschüttungen teilzuhaben, keine Kaution zu zahlen und die Geschicke der Genossenschaft mitzubestimmen. Darüber hinaus wird es persönliche Vorteile geben: Ab 2 Anteilen (600 €) kann der Rahmentarif ohne Grundpreis (72 € im Jahr) genutzt werden, ab 10 Anteilen (3.000 €) der Vielfahrertarif ohne Grundpreis (360 € im Jahr) oder der Geschäftskundentarif mit 20 % Zeitrabatt.

Wie sicher ist das Ganze?

Die Haftung ist auf das Genossenschaftsvermögen und die gezeichneten Anteile begrenzt. Private Vermögen bleiben geschützt. Diese niedrige Einstiegsschwelle macht die Genossenschaft zu einer inklusiven Organisationsform: offen für Menschen, die nicht über großes Kapital verfügen, aber bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und mitzugestalten.

Hinzu kommt: Genossenschaften unterliegen einer regelmäßigen Prüfung durch Verbände, die über die übliche Wirtschaftsprüfung hinausgeht. Diese Aufsicht schafft Transparenz, deckt Risiken frühzeitig auf und stärkt das Vertrauen. Laut dem Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband liegt die Insolvenzquote von Genossenschaften bei unter 0,1 Prozent. Das ist deutlich niedriger als bei anderen Rechtsformen.

Mehr als eine Rechtsform

Die Genossenschaft ist kein Selbstläufer. Sie braucht Mitglieder, die bereit sind sich zu beteiligen und einzubringen. Sie ist weniger flexibel als ein Start-up, weniger schnell als eine AG. Doch für ein Unternehmen wie teilAuto, das regional verankert bleiben und gemeinschaftlich arbeiten will, passt diese Form nicht nur organisatorisch, sondern auch inhaltlich.

Die Umwandlung ist ein Bekenntnis: zu den Menschen, die teilAuto nutzen, zu den Städten, in denen es aktiv ist, und zu der Überzeugung, dass Mobilität dann am besten funktioniert, wenn sie nicht von wenigen für viele, sondern von vielen für viele gestaltet wird. Die Genossenschaft macht aus Nutzenden Mitgestaltende – und aus einem Angebot eine Gemeinschaft, die gemeinsam entscheidet, wohin die Reise geht.

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