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Wieso, weshalb, warum ist teilAuto jetzt eine Genossenschaft?

Viele Menschen stehen in einer Reihe als Menschenkette, sie sind von hinten zu sehen

Manchmal ist eine Veränderung weniger ein Neuanfang als eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln. Die Entscheidung von teilAuto, den Schritt von der GmbH zur Genossenschaft zu gehen, gehört genau in diese Kategorie. Sie ist kein Kurswechsel, sondern eine bewusste Weiterentwicklung – getragen von der Frage, wie Mobilität langfristig fair, nachhaltig und gemeinschaftlich organisiert werden kann.

Vom Teilen zum Mitgestalten

teilAuto ist aus einer einfachen Idee entstanden: Menschen teilen sich ein Auto, statt dass jede*r eines besitzen muss. Was heute selbstverständlich klingt, war Anfang der 1990er Jahre ein mutiger Ansatz. Das war in unseren ersten Tagen, Monaten und Jahren ein Experiment: Teilen statt Besitzen, Gemeinschaft statt Individualisierung, Verantwortung statt Verfügbarkeit. 1992 begann alles als Verein, getragen von ehrenamtlichem Engagement, Überzeugung und dem Wunsch, Mobilität ressourcenschonender zu gestalten.

Mit dem Wachstum von teilAuto – mehr Städte, mehr Fahrzeuge, mehr Nutzer*innen – veränderten sich auch die organisatorischen Anforderungen. Die Umwandlung in eine GmbH war damals ein notwendiger Schritt, um professionell zu arbeiten, Investitionen zu tätigen und zuverlässig zu wachsen. Doch die grundlegende Frage blieb: Wem gehört teilAuto eigentlich? Und für wen soll dieses Unternehmen langfristig arbeiten?

Mit der Umwandlung in eine Genossenschaft schließt sich der Kreis. Wir machen das nicht als nostalgische Geste, sondern als bewusste Entscheidung für eine Struktur, die zum Inhalt passt.

Eine Frage der Haltung

Carsharing ist mehr als ein Geschäftsmodell. Es ist ein Beitrag zur Verkehrswende, zur Reduktion von Emissionen und zum bewussteren Umgang mit Ressourcen. Diese Haltung prägt teilAuto seit jeher – ebenso wie die enge Verbindung zur eigenen Nutzergemeinschaft. Genau hier setzt die Genossenschaft an.

Eine Genossenschaft ist ein Unternehmen, das seinen Mitgliedern gehört. Sie folgt nicht dem Prinzip der Gewinnmaximierung für externe Eigentümer*innen, sondern dem Ziel, den Nutzen für die Gemeinschaft zu sichern und weiterzuentwickeln. Entscheidungen werden demokratisch getroffen, Verantwortung wird gemeinsam getragen. Dieses Modell passt zu teilAuto – nicht nur strukturell, sondern inhaltlich.

Demokratie als Organisationsprinzip

Mit der Genossenschaft wird aus Kundschaft Teilhaberschaft. Aber nicht nur Nutzer*innen von teilAuto können Mitglied werden, sondern alle, die die Idee gemeinschaftlicher Mobilität unterstützen wollen. Jede und jeder kann sich künftig an der Weiterentwicklung von teilAuto beteiligen. Ein Mitglied, eine Stimme. Unabhängig davon, wie viele Anteile jemand hält.

Diese Form der Mitbestimmung schafft Transparenz und Vertrauen. Sie stellt sicher, dass Entscheidungen nicht an kurzfristigen Rendite-Interessen ausgerichtet werden, sondern an dem, was langfristig sinnvoll ist: für die Mitglieder, für die Städte, für die Umwelt.

Stabilität durch Gemeinschaft

Genossenschaften sind auf Dauer angelegt. Sie sind weniger anfällig für spekulative Interessen, Übernahmen oder kurzfristige Strategiewechsel. Gerade in einem Markt, der zunehmend von großen Plattformen und internationalen Konzernen geprägt wird, ist das ein starkes Signal: teilAuto bleibt regional verankert, unabhängig und gemeinschaftlich organisiert.

Die wirtschaftliche Stabilität entsteht dabei nicht trotz, sondern wegen der gemeinschaftlichen Struktur. Verantwortung, Kontrolle und Nutzen liegen bei denen, die das Angebot tatsächlich nutzen. Das stärkt die Identifikation – und die Resilienz des Unternehmens.

Gemeinschaft als Zukunftsmodell

Die Umwandlung in eine Genossenschaft ist damit kein formaler Akt, sondern ein Versprechen: teilAuto gehört den Menschen, für die es gedacht ist – und bleibt ihnen auch in Zukunft verpflichtet. Wer sich beteiligt, stärkt nicht nur ein Carsharing-Unternehmen, sondern eine grundsätzliche Haltung: Mobilität als gemeinsame Aufgabe, fair organisiert und mit Blick auf kommende Generationen. So wird aus dem geteilten Auto ein gemeinsames Projekt. Und aus Kundschaft eine starke Gemeinschaft, die die Zukunft der Mobilität aktiv mitgestaltet.

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